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Zwischen Juni und August ist die Haupt- Blütezeit, dieser Pflanze, die vor allem auf lichten, halbschattigen Stellen in Laub- und Mischwäldern vorkommt. Bevorzugt wird ein kalkhaltiger Boden. Die Beeren wechseln übergangslos die Farbe von grün zu schwarz (siehe Bild oben) und sitzen in einem fünfzipfeligen Kelch. Wegen der großen Ähnlichkeit der Früchte mit herkömmlichen Kirschen und ihrer Wirkung auf den Menschen (Tobsucht), nannte man die Pflanze Tollkirsche. Weitere bekannte Namen für diese Pflanze sind Teufelskirsche, Wolfsbeere und auch Dollwurz. Ihren wissenschaftlichen Namen hat die Tollkirsche zum einen aus der griechischen Mythologie von der Göttin Atropos, die den Lebensfaden durchschneidet; belladonna heißt übersetzt “Schöne Frau” und kommt daher, weil sich die höfische Damenwelt früher aus zweifelhaft kosmetischen Gründen Tollkirschensaft in die Augen träufelten, um die Pupillen zu erweitern.
Ferner kann durch die Einnahme von Tollkirschen Halluzinationen ausgelöst werden..Im Übrigen sind alle Teile der Pflanze giftig, vor allem die Wurzeln. Die wirkenden Stoffe sind vor allem das L-Hyoscyamin und das Scopolamin, welches je nach Pflanzenstadium und Wuchsort variieren kann. Die meisten Vergiftungen kommen natürlich durch die Einnahme der Beeren zu Stande, die überaus wohlschmeckend sein sollen. Die tötliche Dosis für einen Erwachsenen kann bereits der Verzehr von 15 Beeren angesehen werden. Daher ist es anzuraten Kindern rechtzeitig den Unterschied wischen ‘normalen’ Kirschen und Tollkirschen zu erklären.
(S)-Hyoscyamin fand Verwendung in der Augenheilkunde und dient heutzutage als Gegenmittel bei Vergiftungen durch Phosphorsäureester, welches in Pflanzenschutzmitteln und Giftgasen enthalten ist. In Israel kam es während des Golfkrieges (1991) zu einer Massenvergiftung durch (S)-Hyoscyamin, da viele Bürger, aus Angst vor einem irakischen Giftgasangriff, sich prophylaktisch dieses Mittel verabreicht hatten. Schon Paracelsus (1493 - 1541) erwähnt diese Pflanze als Heilmittel, aber auch als Instrument für Giftmorde. Weitere positive Wirkungen sind, wie aus dem Mittelalter überliefert Linderung bei Leber- und Magen Entzündung, bei Augen- und Ohrenleiden und als Wundsalbe.
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